Anja Paulmann

 

Warum dieses Thema?

Ich 2014 eigentlich "zufällig" auf das Thema aufmerksam geworden, aber selber nicht davon betroffen (soweit ich weiß).

Noch im selben Jahr wurde ich als Verfahrensbeistand in einem entsprechenden Verfahren benannt. Ein leiblicher, aber nicht rechtlicher Vater hatte einen Antrag auf Umgang mit seinem Kind nach §1686a BGB gestellt. Meine Aufgaben als Verfahrensbeistand ist es, vor allem "die Interessen des Kindes festzustellen und bei Gericht zur Geltung zu bringen". Zusätzlich soll ich an einer einvernehmlichen Lösung mitwirken. Hierzu möchte ich anmerken, dass
es in den vergangenen 3-4 Jahren nur zwei solcher Fälle bei unserem Gericht gab.

Kollegen konnte ich im vorliegenden Fall nicht fragen, da es wohl nur zwei Verfahren in hiesigen Gerichtsbezirk überhaupt gab. Auch gibt es kaum Fachliteratur, geschweige denn belastbare Befunde die einem bei solchen Fällen helfen können. Irgendwie wird das Thema "Kuckuckskinder" übersehen.
Die wichtigste Unterstützung bekam ich damals von Ludger Pütz und seinem Kuckucksvaterblog.

Da sich das Verfahren fast über zwei Jahre zog, hatte ich ausreichend Zeit mich intensiver damit zu beschäftigen.

2015 entstand dann auch die Idee eine wissenschaftliche Studie anzufertigen. Der wohl wichtigste Schritt war, dass sich Frau Dr. Walper vom Deutschen Jugendinstitut München e.V. bereit erklärte, die Betreuung der Studie zu übernehmen.

2016 nutzte ich mein "Pflichtpraktikum", um die Studie unter der Betreuung von Frau Dr. Walper vorzubereiten. In dem Praktikum ging es um die Frage, welche Aspekte für die Betroffenen überhaupt relevant sind.

In dieser Zeit las ich sämtliche Berichte im Internet und kam mit Betroffenen in Kontakt. Manche waren bereit, mir ausführlich ihre Geschichte zu erzählen. Und so fand ich immer tiefer in die Thematik hinein. Am Ende legte ich Frau Dr. Walper einen fast 50-seitigen Bericht vor und doch stand da nur ein Bruchteil dessen drin, was ich bisher erfahren hatte.

Zusätzlich fing ich im Oktober 2016 an, die Gruppentreffen mit Ludger zu organisieren und zu moderieren.

2017 war es endlich so weit, dass ich mit der Studie beginnen konnte. Die Vorarbeiten sind nun abgeschlossen und ich kann mit der Datenerhebung fortsetzen. Die Fragen basieren auf meinen bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen.

Ich durfte in den vergangenen Jahren unglaublich viel lernen und das verdanke ich Euch.

Ich hoffe, ich kann Euch mit der Studie etwas davon zurückgeben.